{"id":724,"date":"2012-04-20T08:24:06","date_gmt":"2012-04-20T08:24:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fsracingteam.de\/?p=724"},"modified":"2012-07-18T05:30:36","modified_gmt":"2012-07-18T05:30:36","slug":"1000km-aus-sicht-des-fahrers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fsracingteam.de\/?p=724","title":{"rendered":"1000km aus Sicht des Fahrers&#8230;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Karsamstag D-Day, 6:25 Uhr<\/strong><br \/>\nEs war \u00fcber Nacht trocken geblieben, daf\u00fcr war es aber arschkalt geworden. Nun denn, mal auf dem schwarzen Brett im silbernen Kasten geschaut, wann den unser Start eingeplant gewesen war. Dort stand zu lesen 8:08 Uhr #111. Ok, soweit alles klar. Widererwartend blieb es weiterhin trocken. Somit hatte ich mich aufgrund meiner mangelnden Fahrpraxis in 2012 daf\u00fcr entschieden die ersten paar Meter unter die Bridgestone S20 zu nehmen.<br \/>\nIch hatte ein paar Gummihandschuhe drunter gezogen, daf\u00fcr aber eine w\u00e4rmende Jacke abgelehnt. Das war soweit auch alles ok.<\/p>\n<p><strong>D-Day, 8:08Uhr und 30 Sekunden.<\/strong><br \/>\nNach der Boxenausfahrt ging es dann auch schon los&#8230;. die ersten Regentropfen auf dem Visier. Ist ja nicht schlimm, der Regen\u00fcberzug liegt ja sicher verstaut in der Tasche. Man k\u00f6nnte verr\u00fcckt werden.<br \/>\nNe halbe Runde weiter, Ausgangs Mercedesarena, konnte ich dann auch den ersten Funkenflug des Tages formatf\u00fcllend begutachten. Das fand ich beeindruckend, und beschloss es ruhiger angehen zu lassen. Der Tag ist ja noch lang.<br \/>\nAlso alles erstmal so nehmen wie es kommt. Der Regen wurde st\u00e4rker. 40 Minuten sp\u00e4ter konnte ich meine H\u00e4nde nicht mehr sp\u00fcren, sehen konnte ich auch nichts mehr. Die ersten Jungs hatten auf reinrassige Regenreifen gewechselt und zogen links und rechts an mir vorbei. Somit war es dann an der Zeit reinzufahren und auch auf die Regenpneus zu wechseln. Sollte sich Hasifumi auch mal den Arsch abfrieren.<br \/>\nNach dem Wechsel gab es dann auch die erste Safetycarphase. Nach weiteren 35 Minuten war Michael dann auch tief gefroren. Wir wechselten erneut. Inzwischen hatte ich mich in meinen Regenanzug gezw\u00e4ngt. Ohne Schei\u00df, der ist XXL und sitzt so eng, dass man sich kaum noch bewegen kann. Hier stimmt doch was nicht. Klar, es soll kein Segel im Wind sein, aber so?? Nee, nun wirklich nicht. Naja, hauptsache erstmal trocken bleiben. Ich kam direkt in eine Safetycarphase und bin dann 8 Runden hinter dem Safetycar gefahren. In der Bremskurve vor der Parabolika war eine fette \u00d6lspur, ebenso am Ausgang der Haarnadel, sowie in der Zufahrt zur Mercedestrib\u00fcne. Was war denn hier passiert? Die Rennleitung war pers\u00f6nlich vorort, die Kehrmaschine kehrte sich wund, aber es half alles nichts. Abbruch. Und das war auch gut so. Ein Lob an die Rennleitung. Es gab genug Gelegenheit viele Fehlentscheidungen zu treffen und das war hier nicht passiert. Eine Topleistung!!<br \/>\nEs h\u00f6rte auf zu regnen, bleib aber bew\u00f6lkt. Die Unterbrechung dauerte eine gute Stunde.<\/p>\n<p><strong>D-Day, 10:45 Uhr<\/strong><br \/>\nNachdem die Strecke auftrocknete wechselten wir wieder auf den S20. Die Dauerpr\u00fcfung wurde wieder freigegeben. Hasifumi fuhr raus und spulte ein lockeres Programm ab.<br \/>\nW\u00e4hrend dessen hatte ich einen Interviewtermin mit dem Streckensprecher. Jaaahaaa, wir waren Medienstars.<\/p>\n<p><strong>D-Day, 13:20 Uhr<\/strong><br \/>\nAuch einen interessante Erfahrung ein wenig \u00fcber uns erz\u00e4hlen zu d\u00fcrfen. Ich hoffte, dass Publikum mit meinem dummen Gesabbel nicht unn\u00f6tig gelangweilt zu haben!?<br \/>\nNach dem kurzen PR Termin, (so was wollte ich schon immer mal schreiben) musste ich dann auch noch mal ran. Ich konnte mich ein wenig auf die nun trockenen, aber immer noch kalten Verh\u00e4ltnisse einschie\u00dfen. Die n\u00f6tige Distanz wurde auf 85 Runden verk\u00fcrzt. Diese waren dann ziemlich zeitig erledigt. F\u00fcr die Sprintpr\u00fcfung gingen wir auf einen Satz Bridgestone R10. Weichste Mischung, auf Empfehlung des ge&#8220;fl\u00fcgel&#8220;ten Michaels. Diesen wollten wir kurz anfahren, (also den R10) und zudem einen Fahrerwechsel simulieren.<\/p>\n<p><strong>D-Day, 14:15 Uhr<\/strong><br \/>\nHasifumi ging f\u00fcr 3 Runden raus und kam dann wieder rein, zack Fahrerwechsel und wieder raus. Nach ein paar weiteren Runden war ich dann auch im Tritt. Also zumindest mal gef\u00fchlt. Ich kam zur\u00fcck an die Box. Insgesamt hatten wir jetzt 101 Runden abgewickelt und waren dann soweit mit allem durch. Wir konnten nun der Sonderpr\u00fcfung ganz entspannt entgegen sehen.<br \/>\nHasifumi sollte den Startfahrer machen und ich die Kiste ins Ziel bringen. Startplatz 11 von 18 war die Ausgangssituation&#8230;<br \/>\nWir waren nun bereit f\u00fcr noch gr\u00f6\u00dfere Taten&#8230;. \ud83d\ude09<\/p>\n<p><strong>Das gro\u00dfe Finale &#8211; Die Sonderpr\u00fcfung&#8230;<\/strong><br \/>\n5 Minuten vor der \u00d6ffnung des Vorstarts. Hasifumi war bereits fertig und auch ich machte mich nun startklar und zog mir bereits den Helm \u00fcber. Black Beauty r\u00f6hrte auf dem St\u00e4nder vor sich hin und kam langsam auf Betriebstemperatur.<br \/>\nMechanikus der 1. nahm die Reifenw\u00e4rmer runter und Hasifumi stieg auf und steuerte Black Beauty zum Vorstart. Der Rest des Teams war auf dem Weg zur Sachskurve. Derweil ging ich zur Boxengasse, wo sich die anderen Fahrer versammelten. Ich setzte mich gespannt auf ein M\u00e4uerchen und wartete darauf, dass wir uns an der Boxenmauer zum Start einfinden konnten.<br \/>\nIrgendwann war es dann soweit, die Mopeten rollten in die Startaufstellung. Hasifumi \u00fcbergab mir Black Beauty und stellte sich am gegen\u00fcberliegenden Streckenrand auf.<br \/>\nRelativ z\u00fcgig fiel die Deutschlandflagge und die wilde Horde h\u00e4sslicher Gestalten sprintete \u00fcber die Piste auf uns zu.<br \/>\nHasifumi gab Black Beauty die Sporen und kam ganz gut aus den Startblock hinaus.<br \/>\nDie 2. Fahrer gingen zur\u00fcck in die Boxengasse und wartete auf die erste Vorbeifahrt. Hasifumi kam in einer sch\u00f6nen 3er Kampfgruppe aus der ersten Runde zur\u00fcck. Es ging hier um die Pl\u00e4tze 8-10. Vom Startplatz 11 aus war dies doch schon mal ganz ordentlich. Abwechslungsreich ging es zu, mal auf 8., dann auf 10., dann wieder 9. und abschlie\u00dfend wieder auf 8., als Hasifumi in der 7. Runde zum Wechsel in die Boxengasse abbog.<br \/>\nBei der \u00dcbergabe habe ich dann nat\u00fcrlich prompt abgew\u00fcrgt&#8230;.Peinlich, aber einmal ist keinmal \ud83d\ude09<br \/>\nTrotz allem war ich bei der Ausfahrt auf dem 9. Platz unterwegs. W\u00e4hrend ich mich in der 9. Runde auf ein \u00dcberholman\u00f6ver vorbereitete, flog von hinten jemand an mir vorbei. Es waren die Waffenbr\u00fcder von Triumph Frankfurt. Nach einer kurzen Gedenksekunde war ich wieder im Takt und konzentrierte mich darauf, meine Runden sauber abzuspulen und das Beste daraus zu machen. 2 Runden vor Schluss tauchte vor mir noch ein gelbes Bike auf. Ich dachte, dass es wohl nicht mehr klappen kann, dieses L\u00fccke von noch gesch\u00e4tzten 100-150 Meter in 2 Runden zu zufahren. Jedoch merkte ich, dass ich in jeder Bremszone ein paar Meter gut machte. Besonders in der Haarnadel nach der Parabolika und in der Zufahrt zur Sachskurve.<\/p>\n<p><strong>D-Day &#8211; letzte Runde<\/strong><br \/>\nIch hatte den Vorsprung in dieser einen Runde fast um die H\u00e4lfte reduzieren k\u00f6nnen. Ich witterte Morgenluft und strengte mich nochmals mehr an. Ich kam immer n\u00e4her. Beim Anbremsen der Haarnadel war ich nun schon bis auf wenige Meter rangekommen. Nun plante ich, bei der Zufahrt zur Sachskurve meine finales Man\u00f6ver durchzuziehen. Dies gelang auch ganz gut, jedoch fehlten mir in der Sachs dann noch 2 Meter, sodass ich versuchte auf der Au\u00dfenbahn mehr Schwung mitzunehmen. Hier kreuzten sich unsere Wege und ich musste kurz das Gas lupfen. Mein Plan war nun in der letzten Kurve Eingang Start-Ziel mein Vollstreckungsman\u00f6ver einzusetzen, als sich der Mitstreiter in der Links-Rechts-Kombination dazu entschied, in der Rechtskurve ganz innen \u00fcber den Curb zu gehen. Da ich mehr Schwung hatte wechselte ich auf die Au\u00dfenbahn und konnte mit dem g\u00fcnstigeren Radius au\u00dfen herum an ihm vorbeigehen. Das Man\u00f6ver sah spektakul\u00e4rer aus als es war, da war genug Platz aber aufgrund der Entfernung sah es vermutlich anders aus und ich hoffte bei meiner Frau keine Fr\u00fchwehen ausgel\u00f6st zu haben. Sorry Schatz!! \ud83d\ude42<br \/>\nNun in der letzten Kurve nahm ich viel Schwung mit, zog ordentlich am Kabel und konnte einen Vorsprung von 2 Zehntelsekunden mit ins Ziel nehmen. Der 9. Platz war somit unserer. Hiermit war ich mehr als zufrieden und freute mich aufgrund des gelungenen Man\u00f6vers wie ein Schnitzel. Auf der Auslaufrunde gab es ein anst\u00e4ndiges Shakehands und ich lie\u00df es mir nicht nehmen mich in der Sachskurve artig mit einem kleinen Burnout zu bedanken.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fsracingteam.de\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Franky-Burnout.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-710\" title=\"Franky Burnout\" src=\"https:\/\/www.fsracingteam.de\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Franky-Burnout.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auch bei den Zuschauern in der S\u00fcdkurve gab ich noch eine kleine Zugabe und steuerte gl\u00fccklich und zufrieden den Parc Ferme an. Hier stand schon Hasifumi und wir fielen uns in die Arme. Was f\u00fcr ein Tag!!! Es gab genug M\u00f6glichkeiten einen Fehler zu machen und das Material in den Teer zu bohren. Auch bei der Reifenwahl h\u00e4tte der eine oder andere Griff ins Klo passieren k\u00f6nnen. Aber hier konnten wir ein gl\u00fcckliches H\u00e4ndchen beweisen. Die ganze Truppe fand den Weg von der Sachstrib\u00fcne zum Parc Ferme und wir freuten uns \u00fcber die erreichte Endplatzierung. Besonders sch\u00f6n ist, dass mir in der letzten Runde auch die pers\u00f6nlich schnellste Runde des Tages gelungen ist.<\/p>\n<p>Hier sitze ich nun und schreibe diese Zeilen und erfreue mich noch immer \u00fcber eine f\u00fcr uns toll gelaufene Veranstaltung. Ich m\u00f6chte mich ganz rechtherzlich bei unseren Sponsoren, Lutz Raumsysteme, Rennservice Grimm, Duc Dickel, Autohaus Klinge, und T5net e.V. bedanken.<br \/>\nNat\u00fcrlich geht mein Dank auch an die gesamte Mannschaft, die hier ihre Freizeit opfert um uns zwei Deppen bei der Aus\u00fcbung unseres Hobbies zu helfen. Vielen, vielen Dank f\u00fcr alles!!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Karsamstag D-Day, 6:25 Uhr Es war \u00fcber Nacht trocken geblieben, daf\u00fcr war es aber arschkalt geworden. 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